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Schülertag "BioSaatGut" an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNE)

Lernen in der Region: BioSaatGut – ein Thema für jugendliche Verbraucher!?

Voraussetzungen und Rahmenbedingungen:

Die Landwirtschaft ist im Land Brandenburg ein wichtiger ökonomischer und die regionale Entwicklung bestimmender Sektor. Im Ökolandbau ist Brandenburg sogar deutschlandweit führend. Daher soll speziell dieser Landwirtschaftsbereich im Rahmen eines Schülertags vorgestellt werden. Dieser Schülertag ist als ein Baustein für die Bildungsweg- und Berufswahlentscheidung angelegt. Außerdem bietet er eine praxisorientierte Bereicherung des Fachunterrichts - je nach Schwerpunktsetzung und Ausgestaltung - in der Sekundarstufe I und II bzw. des Kursangebots in der Sekundarstufe II.

Die HNE präsentiert ihre Studien-, Ausbildungs- und Arbeitsbereiche im Schwerpunkt ökologischer Landbau. Die allgemeinen Ziele und Ausrichtungen des ökologischen Landbaus werden anschaulich vor allem am Thema „BioSaatGut“, insbesondere an der regionalen Getreideerzeugung und -verarbeitung dargestellt. Die Auswahl an geeigneten Öko-Sorten und dem dafür benötigten Biosaatgut ist in diesem Zusammenhang ein wichtiger Aspekt. Auch um dem Klimawandel zu begegnen, werden Sorten benötigt, die an die naturräumlichen Gegebenheiten in Brandenburg angepasst sind.

Regionale Sorten und Saatgut sind Teil unserer Landwirtschaftskultur und haben sich über Jahrtausende entwickelt. Die Verfügbarkeit von vielfältigem Saatgut für Getreide, aber auch für Gemüse und Obst, bietet nicht nur die Grundlage für unser tägliches Brot. Sie ist ebenso wichtig für die kulturelle Identität, als genetische Ressource unserer Nutzpflanzen und als Wissensschatz rund um Anbau und Verarbeitung.

Je nach Klassenstufe, Schulform und Interesse können unter der genannten Thematik aktuelle Themen wie z.B. Formen der Saatguterzeugung, Vor- und Nachteile gentechnisch veränderter Lebensmittel, Nährstoffkreisläufe, Wirtschaftsbeziehungen zwischen Erzeugern und Verbrauchern, Arbeitsformen in der Landwirtschaft, Landwirtschaft und Regionalentwicklung, Vor- und Nachteile des Freihandelsabkommens EU-USA, Lebensstil und Verbrauchergewohnheiten usw. angesprochen werden. Neben vielfältigen Möglichkeiten der curricularen Anbindung in verschiedenen Fächern sollte auch an die Ernährungs- und Lebensgewohnheiten der Jugendlichen angeknüpft werden: Biosaatgut und Big Mac – (wie) geht das zusammen?

Der Schülertag:
(ca. 6 Unterrichtsstunden)

Schülerinnen und Schüler lernen Ausbildung und Tätigkeiten der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung vor Ort sowie optional bei Partnerbetrieben anschaulich kennen. Das Thema Biosaatgut ist inhaltlicher Ausgangspunkt dieses Schülertages.

Neben fachlichen Inhalten werden aktuelle Anforderungen an die verschiedenen Berufe sowie Ausbildungswege und berufliche Chancen im Ökolandbau sowie in dessen Umfeld in ihrer Vielfalt vermittelt.

Zielgruppe:

Schülerinnen und Schüler der 8. bis 10. Klasse sowie Kurse der Sekundarstufe II.

Ziele:

  • Erleben der Tätigkeiten an der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswald
  • Verständnis für Biosaatgut und Nachhaltigkeit im Allgemeinen entwickeln
  • Kennen lernen: Labore, Botanischer Garten und Versuchsgarten
  • Je nach Schwerpunkt: Vorstellung und Diskussion von Themen in Verbindung mit dem ökologischen Landbau in der Region
  • Dialog und Erfahrungsaustausch zwischen Schülerinnen und Schülern sowie Studentinnen und Studenten
  • Hinweise und ggf. Vermittlung von Praktika und Praxislernplätzen für Interessierte
  • Tipps und Voraussetzungen für Bewerbungen an der HNE (Fachrichtungen für ein Studium)
  • Tipps und Hinweise zu Ausbildungsberufen, Spezialisierungen und Einsatzfelder in der Landwirtschaft, insbesondere im Ökolandbau, im Bereich der Maschinentechnik, Landschaftspflege und Naturschutz usw.
  • Tipps und Hinweise auf Ausbildungen und Berufsfelder im Zusammenhang mit dem Ökolandbau, z.B. der Verarbeitung und Vermarktung der Produkte, Tourismus u. a.
  • Antworten auf die Frage: Welche schulischen Kenntnisse und persönliche Kompe­tenzen sind vor allem wichtig für die Hochschule und die Ausbildung?

Bausteine des Schülertags:

  • Information für Schulen, Eltern, Schülerinnen und Schüler
  • gemeinsamer Besuch in der HNE der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler mit einer Lehrkraft
  • Rundgang durch die Einrichtungen, wie Labore, Botanischer Garten
  • Erläuterungen zum Thema Ökolandbau, Gespräche mit Dozenten und Studierenden der HNE zu den vorab abgesprochenen Themenschwerpunkten; Ausgangspunkt: „Was hat Biosaatgut mit gesunder Ernährung zu tun?“
  • praktische Arbeiten (z.B. in der HNE:Bodenproben entnehmen und untersuchen)
  • Erhalt einer Teilnahmebestätigung

Optionale Vertiefungsbausteine:
(ca. 6 Unterrichtsstunden je Baustein)

1. Besuch eines landwirtschaftlichen Betriebs

Ergänzend zu den Einblicken in der HNE selbst besteht die Möglichkeit, Einblick in die regionale Praxis des ökologischen Landbaus auf Partnerhöfen der HNE zu erhalten.

Dies ist besonders für Schülerinnen und Schüler interessant, die sich für eine Ausbildung in einem landwirtschaftlichen Beruf und nicht in erster Linie für ein Studium interessieren. Darüber hinaus können Betriebsabläufe und Methoden des ökologischen Landbaus anschaulicher dargestellt werden.

2. Vom Bio-Saatgut zum Brot aus der regionalen Bäckerei

Ausgehend von der Biosaatgut-Herstellung über den Getreideanbau im Ökolandbau besteht die Möglichkeit, die Verarbeitung und Vermarktung von Brot aus der Region kennen zu lernen.

Die Bäckerei und Konditorei Wiese, Eberswalde, bietet ihren Kunden Brot aus ökologischem Landbau an. Der Betrieb setzt sich u. a. für die Nachwuchsgewinnung im Bäckerei- und Konditorenbereich ein und hat Erfahrung in der Betreuung von Schülerinnen und Schülern.

Die Jugendlichen können erfahren, wie das Getreide aus ökologischem Anbau unter handwerklichen Aspekten zu Brot mit einer regionalen Herkunftsgarantie verarbeitet wird. Außerdem werden Aspekte des Regionalmarketings und der Kundenorientierung angesprochen.

3. Kulturgut Getreide: Besuch des Agrarmuseums Wandlitz

Die Landwirtschaft – konventionell oder im Ökolandbau – ist ohne den Einsatz moderner Technik nicht denkbar. Das Agrarmuseum stellt vor, wie die technologische Entwicklung die Arbeitsweise und somit das Leben der Menschen in der Region geprägt hat. Neben historischen Geräten wird auch vermittelt, dass heute auch im Ökolandbau Hightech-Maschinen die Arbeit in der Landwirtschaft bestimmen.

Je nach Jahrgangsstufe können darüber hinaus weitere Aspekte, z.B. die Lebensmittelverarbeitung, die Wirtschaftsformen in der Landwirtschaft usw. dargestellt werden.

Hinweise für Lehrkräfte:
(curriculare Einbindung der Unterrichtsfächer)

Inhalte - Biologie

  • Formen der klassischen Züchtung
  • Gesunde Ernährung
  • Prinzipien gentechnischer Verfahren
  • Bau und Funktion der Pflanzenorgane
  • Notwendigkeit der Erhaltung von Lebensräumen und Artenschutz

Inhalte – W-A-T

  • ökologischer Anbau
  • Berufs- und Studienorientierung im Wirtschaftszweig Landwirtschaft
  • Produktlebenszyklus

Inhalte – Geografie

  • Bewahrung der Erde durch nachhaltige Entwicklung
  • Naturraum Berlin-Brandenburg

Inhalte – L-E-R

  • Zusammenhänge zwischen natürlichen Bedingungen, gelingendem Leben und Verhalten der Menschen

Organisation:

  • Vorbereitung und Durchführung des Schülertages durch die Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNE)
  • Je nach Interesse: Abstimmung der Vertiefungsbausteine mit den Partnerbetrieben bzw. dem Museum für Agrargeschichte in Wandlitz
  • Einladung durch die HNEE und das Netzwerk Zukunft
  • Begleitung durch das Netzwerk Zukunft

Beteiligte Partner:

Ansprechpartner für weitere Informationen:

Netzwerk Zukunft. Schule und Wirtschaft für Brandenburg e.V.
Breite Str. 2d, 14467 Potsdam, Tel. 0331/2011-679;
www.netzwerkzukunft.de 

Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde
Projekt Netzwerkentwicklung und Wissenstransfer
zur ökologischen Saatguterzeugung in Brandenburg
Schicklerstr. 5, 16225 Eberswalde, Tel 03334/657329
www.hnee.de

 

Gefördert durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie
aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Brandenburg

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